Fördermöglichkeiten-
Weiterbildung finanzieren

Die wichtigsten Förderungen auf einen Blick

Bund und Länder bieten für Weiterbildungsinteressierte vielseitige Unterstützungsmöglichkeiten in Form von Gutscheinen, Prämien und Stipendien an. Welche finanzielle Förderung Angestellte, Arbeitslose oder Berufsrückkehrer bekommen können, möchten wir Ihnen gerne auf dieser Seite vorstellen.

Gefördert werden Aufstiegsfortbildungen mit mindestens 400 Unterrichtsstunden, sowohl in Voll- als auch Teilzeit. Voraussetzung ist eine abgeschlossene Berufsausbildung nach dem Berufsbildungsgesetz oder der Handwerksordnung oder ein vergleichbarer Abschluss. Die Berufsqualifikation darf dem angestrebten Fortbildungsabschluss nicht gleichwertig sein. Eine Altersgrenze gibt es nicht. Der Bund fördert Teilnahme- und Prüfungsgebühren bis zu einer Grenze von 10.226 Euro. Es wird ein Zuschuss in Höhe von 30,5 Prozent der Kosten gewährt, den Rest kann der Teilnehmer über ein zinsgünstiges Darlehen finanzieren. Bei Vollzeitmaßnahmen können zusätzlich Zuschüsse und Darlehen für den Lebensunterhalt beantragt werden. Wer die Abschlussprüfung besteht, bekommt 25 Prozent des auf die Teilnahme- und Prüfungsgebühr entfallenden Restdarlehens erlassen.
Weitere Informationen finden Sie unter aufstiegs-bafoeg.de
Anträge auf Aufstiegs-Bafög richten Sie bitte an die NBank.

Beim Prämiengutschein übernimmt der Staat einen Teil der Weiterbildungskosten. Die Bildungsprämie gibt es vorerst bis Ende 2017. Es wird alle 2 Jahre die Teilnahme an einer beruflichen Weiterbildung gefördert. Diese muss den Geförderten beruflich weiterbringen und es darf sich nicht um eine innerbetriebliche Maßnahme handeln. Gefördert werden Arbeitnehmer und Freiberufler mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen von bis zu 20.000 Euro. Für Verheiratete liegt die Grenze bei 40.000 Euro. Das Mindestalter liegt bei 25 Jahren. Nicht gefördert werden über den Prämiengutschein Arbeitslose und Menschen, die Anspruch auf andere Finanzierungshilfen für die betreffende Weiterbildung haben, z.B. Meisterbafög. Gefördert wird die Hälfte der Teilnahmegebühren, max. jedoch 500 Euro. Den Rest der Kosten muss der Teilnehmende selber finanzieren. Insgesamt darf die Weiterbildung inkl. Mehrwertsteuer nicht mehr als 1000 Euro kosten. Auf dem Gutschein werden das Bildungsziel und in der Regel mindestens drei geeignete Bildungsanbieter vermerkt. Der Kurs muss innerhalb von 6 Monaten starten. Beratungen im Land Bremen werden bei der Bremer Volkshochschule und der VHS Bremerhaven durchgeführt. Vereinbaren Sie einen Beratungstermin:

Bremer Volkshochschule
Hanna Reisch, Tel. 0421 - 36119677
hanna.reisch(at)vhs-bremen.de

VHS Bremerhaven
Norbert Rossmann-Fischer, Tel. 0471 - 59047-54
bildungspraemie(at)vhs-bremerhaven.de

Weitere Informationen finden Sie auch unter www.bildungspraemie.de

Der Spargutschein richtet sich an Arbeitnehmer, die über ihr Unternehmen vermögenswirksame Leistungen ansparen und das Geld für Weiterbildung verwenden wollen. Auch Arbeitslose, Berufsrückkehrer und Selbstständige, die in der Vergangenheit ein solches Guthaben angesammelt haben, können den Spargutschein nutzen.

Mit dem Spargutschein lassen sich längere und damit oft kostenintensivere Weiterbildungen finanzieren. Sie können bereits vor Ablauf der Sperrfrist ihr Geld entnehmen und damit eine berufliche Weiterbildung finanzieren, ohne das die Arbeitnehmersparzulage verloren geht. Der Spargutschein kann in Kombination mit dem Prämiengutschein genutzt werden.

Interessierte informieren sich zunächst bei ihrer Bank. Anschließend vereinbaren sie einen Termin bei einer Beratungsstelle (siehe www.bildungspraemie.info). Mit dem Spargutschein melden sich Interessierte dan für einen Kurs an. Im letzten Schritt lösen sie den Spargutschein bei ihrer Bank ein und entnehmen Geld aus dem Guthaben ihrer vermögenswirksamen Leistungen.

Mit dem Bildungsgutschein fördert die Bundesagentur für Arbeit die berufliche Weiterbildung von Arbeitssuchenden. Der Gutschein ist die schriftliche Zusage, dass die Arbeitsagentur die Kosten für die Weiterbildung übernimmt. Gefördert werden Arbeitslose, Arbeitnehmer, denen die Kündigung droht oder deren Arbeitsvertrag ausläuft. Ein Recht auf den Gutschein gibt es nicht. Die Entscheidung liegt beim Arbeitsberater, er muss die Weiterbildung für notwendig halten. Die Arbeitsagentur übernimmt alle Kosten, die durch die Weiterbildung entstehen. Dazu zählen Lehrgangs- und Fahrtkosten, Kosten für Unterkunft, Verpflegung und für die Betreuung von Kindern. Arbeitslosengeld fließt während des Kurses weiter. Auf dem Gutschein werden unter anderem Bildungsziel, Gültigkeitsdauer und Region des Kurses eingetragen. Der Weiterbildungsinteressierte sucht sich unter den zugelassenen Maßnahmen selbst ein Angebot aus und meldet sich innerhalb der Gültigkeitsdauer an. Der Kursanbieter trägt seine Daten auf dem Bildungsgutschein ein. Der ausgefüllte Gutschein muss vor Kursbeginn der Arbeitsagentur vorliegen.

Ansprechpartner ist die Arbeitsagentur vor Ort. Die zuständige Agentur finden Sie auf der Internetseite www.arbeitsagentur.de unter "Dienststellen vor Ort". Oft stehen dort auch die aktuellen Bildungsziele der Agentur.

Der Weiterbildungsscheck fördert erwerbstätige Personen, die in Bremen wohnen oder arbeiten und eine berufsbezogene Weiterbildung machen möchten. Das zu versteuernde Jahreseinkommen darf nicht über 20.000  Euro (bei Verheirateten 40.000 Euro) liegen. Im laufenden Kalenderjahr dürfen Sie noch keinen Bildungsscheck erhalten haben. Sie erhalten einen finanziellen Zuschuss zu den Kosten berufsbezogener Weiterbildung von bis zu 500 Euro pro Kurs, wenn eine Förderung durch die Agentur für Arbeit und das Jobcenter nicht möglich ist. Es werden maximal 70 Prozent der Kursgebühr übernommen. Die förderfähigen Gesamtkosten müssen unter einem Betrag von 1.000 € liegen.

Der Bremer Weiterbildungsscheck wird ab 2015 unter veränderten Bedingungen ausgehändigt. Eine allgemeine Förderung von Weiterbildung für Bürger und Bürgerinnen im individuellen Zugang ist nicht mehr möglich! Eine Förderung von Klein- und Kleinstunternehmen wird es weiterhin geben.

Terminvereinbarung und weitere Informationen:
Beraterin: Sabine Lührs
Telefon: 0421-36301-432
E-Mail: weitermitbildung-arbeitnehmerkammer@arbeit.bremen.de

Adresse:
Weiterbildungsberatung in der Arbeitnehmerkammer Bremen
Bürgerstr. 1
28195 Bremen

Flyer "Weiter mit Bildung und Beratung" (pdf)

Einleger Einzelpersonen (pdf)

Überblick Bremer Weiterbildungscheck (pdf)

Die Arbeitnehmerkammer Bremen ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts und nimmt die Gesamtinteressen der kammerzugehörigen Arbeitnehmer des Landes Bremen wahr. Sie hat den Auftrag, Bildungsmaßnahmen in der beruflichen, allgemeinen und politischen Bildung zu fördern und zu veranstalten. Die Bildungseinrichtung ist die Wirtschafts- und Sozialakademie der Arbeitnehmerkammer Bremen. Wenn Sie in Bremen oder Bremerhaven arbeiten, dann können Sie kostenlos Ihre KammerCard anfordern und von den zahlreichen Angeboten profitieren. Mitglieder der Arbeitnehmerkammer erhalten für Kursangebote, Seminare und Weiterbildungen der wisoak - Wirtschafts- und Sozialakademie ermäßigte Preise und auf Wunsch eine kostenlose Weiterbildungsberatung.
Weitere Informationen finden Sie hier.

Das Aufstiegsstipendium richtet sich an besonders begabte Berufstätige, die erstmals ein berufsbegleitendes oder ein Vollzeitstudium absolvieren möchten. Voraussetzung ist eine abgeschlossene Berufsausbildung oder eine Aufstiegsfortbildung mit der Note 1,9 und besser. Außerdem müssen die Kandidaten eine mindestens 2 jährige Berufspraxis nachweisen. Das Stipendium gibt es für berufsbegleitende und Vollzeitstudiengänge an einer staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschule in Deutschland. Studierende erhalten im Vollzeitstudium z.Z. monatlich 670 Euro + 80 Euro Büchergeld. Eltern können zusätzlich eine Betreuungspauschale beantragen. Wer sich für ein berufsbegleitendes Studium entscheidet, wird mit z.Z. 2000 Euro jährlich unterstützt. Die Förderung richtet sich nach der in der Studienordnung vorgesehenen Regelstudienzeit.

Ansprechpartner ist die Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung. Weitere Informationen erhalten Sie unter www.sbb-stipendien.de.

Das Weiterbildungsstipendium richtet sich an begabte junge Fachkräfte. Personen unter 25 Jahren mit besonderer Leistung in Ausbildung und Beruf, etwa einem sehr guten Ausbildungsabschluss, können sich um das Stipendium bewerben. Gefördert werden anspruchsvolle Weiterbildungen, die in unterschiedlichen Bereichen stattfinden können. Über Aufstiegsfortbildungen wie Fachwirt oder Betriebswirt bis hin zu EDV-Kursen, Kommunikationsseminaren und Intensiv-Sprachkursen im Ausland. Unter bestimmten Voraussetzungen gibt es die Förderung auch für ein berufsbegleitendes Studium. Insgesamt ist eine Förderung von bis zu 6000 Euro möglich. Die Kandidaten erhalten 3 Jahre lang Ausgaben bis zu 2000 Euro jährlich für den Lehrgang, Fahrten, Unterkunft und Arbeitsmittel erstattet. Einen Eigenanteil von 10% muss der Teilnehmende aber in jedem Fall tragen.

Ansprechpartner sind Handelskammern oder Handwerkskammern. Angehörige von Gesundheitsberufen bewerben sich bei der Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung. Weitere Informationen erhalten Sie unter www.sbb-stipendien.de.

Hierbei handelt es sich um ein Förderprogramm der Bundesagentur für Arbeit. Das Kürzel WeGebAU steht für Weiterbildung Geringqualifizierter und beschäftigter älterer Arbeitnehmer in Unternehmen. Gefördert werden Beschäftigte, die keinen Berufsabschluss haben oder seit mindestens 4 Jahren nicht mehr in ihrem erlernten Beruf arbeiten. Gefördert werden auch Arbeitnehmer in Betrieben mit weniger als 250 Mitarbeitern. Bei Arbeitnehmern von KMU´s werden die Kosten für einen Kurs übernommen, der außerhalb des Unternehmens bei einem zugelassenen Bildungsanbieter stattfindet. Bei Geringqualifizierten wird auch anerkannt, wenn innerhalb des Unternehmens ein Berufsabschluss oder eine anschließende Teilqualifikation erlangt wird. Die Arbeitnehmer erhalten für die Weiterbildung einen Bildungsgutschein. Die Arbeitsagentur trägt die Kosten anteilig oder komplett. Bei Beschäftigten unter 45 Jahren muss das Unternehmen anteilig, mindestens jedoch die Hälfte der Lehrgangskosten übernehmen. Zusätzlich erhalten die Arbeitgeber abhängig vom Arbeitsausfall Lohnkostenzuschüsse.

Ansprechpartner sind die Arbeitsagenturen vor Ort. Weitere Informationen finden Sie unter www.arbeitsagentur.de.

Arbeitnehmer können für viele Veranstaltungen Bildungsurlaub bei Ihrem Vorgesetzten beantragen. Ihr Gehalt fließt in dieser Zeit weiter, die Kosten für die Weiterbildung trägt der Arbeitnehmer selbst. Infrage kommen nur Angebote, die im jeweiligen Bundesland als Bildungsurlaub anerkannt sind. Dem Arbeitnehmer stehen 5 Arbeitstage pro Jahr als Bildungsurlaub zu. Meist können sie den Anspruch eines Jahres ins folgende Jahr mitnehmen und dann 10 Tage am Stück beantragen. Bildungsurlaub müssen Arbeitnehmer spätestens 6 Wochen vorher bei Ihrem Arbeitgeber beantragen. Dem Antrag ist die Anerkennung des Kurses als Bildungsurlaub beizulegen. Diese Bestätigung bekommen Sie beim Weiterbildungsanbieter. Der Arbeitgeber kann den Antrag nur aus wichtigen betrieblichen Gründen ablehnen.

Eine Überischt zu den Regelungen und Angeboten finden Sie unter www.iwwb.de/links/bildungsurlaub.

Ausgaben für eine berufliche Weiterbildung wie Kursgebühren, Fahrtkosten, Unterkunft kann sich der selbstzahlende Teilnehmer zum Teil vom Finanzamt zurückholen.

In der Steuererklärung können Arbeitnehmer Bildungsausgaben als Werbungskosten absetzen. Sie bringen ihnen aber nicht automatisch einen Vorteil, denn das Finanzamt erkennt in jedem Fall pauschal 1000 Euro Werbungskosten an. Erst wenn jemand mehr Ausgaben hat, z.B. für Arbeitsweg und Fortbildung, lohnt die Einzelabrechnung.

Auch Arbeitslose und Personen in Elternzeit rechnen ihre Bildungsausgaben als Werbungskosten ab. Für Selbstständige sind die Kosten einer Weiterbildung Betriebsausgaben.

Beratung

Leitfaden Fördermöglichkeiten
Akt. Aufl. 2016/17

Zum Download bitte auf Broschüre klicken!

Hilfen/Tipps

Weitere Hilfen, Tipps, Tools und Checklisten bei der Planung Ihrer Weiterbildung finden Sie auch auf einem Angebot der Stiftung Warentest, dem Weiterbildungsguide