Frauen im Aufstieg
ESF-Projekt QuaFiMa: Qualifizierung von Frauen in betrieblichen Funktionen und im Management
Anlass und Grund für die ESF-Förderung des Projektes „Frauen im Aufstieg“ ist der bundesweite Fachkräftemangel. Ein großes Potenzial sieht die Politik in der „stillen Reserve“ der Frauen, die in der Regel gut ausgebildete und kompetente Arbeitskräfte sind.
Zwecks nachhaltiger Fachkräftegewinnung wendet sich das Projekt an Frauen, die beruflich weiterkommen oder ihren Arbeitsplatz als Fachkraft absichern wollen; die eine Führungsposition anstreben oder gerade übernommen haben; ebenso an Berufsrückkehrerinnen und Frauen in der Elternzeit, denen der Wiedereinstieg in das Berufsleben erleichtert werden soll.
Es hat sich erwiesen, dass folgende drei Bereiche für eine nachhaltige Fachkräftegewinnung und Begleitung in Führungspositionen von Bedeutung sind:
- Qualifizierung
- Beratung, Coaching, Mentoring
- Netzwerke – Netzwerkarbeit
Gemeinsam mit den Kooperationspartnern, werden diese Bereiche abgedeckt. Eine umfangreiche Zusammenarbeit findet insbesondere in den Bereichen Beratung, Coaching, Mentoring und Netzwerkarbeit statt.
Der Schwerpunkt des Projektes liegt in der Qualifizierung. Es handelt sich hier um ein mehrstufiges, modulares Qualifizierungssystem, beginnend bei der
- "Azubine", die ihren Berufsweg plant und sich vorausschauend fortbildet,
- über die Sachbearbeiterin, die ihren Arbeitsplatz auf der Ebene der Fachkompetenzen durch den Besuch beispielsweise von Lohn- und Gehaltsseminaren absichern möchte und beabsichtigt, sich zur Fachkraft fortzubilden und einen Abschluss zur „Finanzbuchhalterin“ anstrebt. Zusätzlich bestehen im Bereich der Aufstiegskompetenzen Möglichkeiten, sich auf eine Führungsposition vorzubereiten.
- Frauen im Mittleren Management, wie Team-, Abteilungs- und Gruppenleiterinnen steigen direkt auf der Ebene der Führungskompetenzen ein und können Fortbildungen belegen, die ihre Position absichern und Möglichkeiten eröffnen, noch weiter aufzusteigen.
- Frauen haben die Möglichkeit, entsprechend ihres Qualifizierungsbedarfs und ihrer Vorbildung, auf allen Ebenen des Qualifizierungssystems Module auszuwählen und gezielt ihren Berufsweg bis hin zum beruflichen Aufstieg zur Fach- und Führungskraft zu planen. Bereits ab sechs Interessentinnen können wir Angebote entsprechend des individuellen Qualifizierungsbedarfes entwickeln.
Fazit: Im Rahmen dieses Projektes ist es unsere Aufgabe, Frauen auf ihrem Berufsweg zu begleiten, sie zu unterstützen, ihren Arbeitsplatz zu sichern oder ihnen zu helfen, auf dem Weg nach oben „Stolpersteine“ zu beseitigen und/oder ihre Position abzusichern.
Kooperationspartner sind:
- BAG Bundesarbeitsgemeinschaft Berufliche Perspektive für Frauen
- BPW e. V. Business and Professional Women Club Bremerhaven e. V.
- bSb e. V. Bundesverband Sekretariat und Büromanagement e. V.
- FAW e. V. Frauen in Arbeit und Wirtschaft e. V.
- IHK Industrie- und Handelskammer Bremerhaven
- ZGF Bremische Zentralstelle für die Verwirklichung der Gleichberechtigung der Frau, Büro Bremerhaven
- afz / ZiB Arbeitsförderungszentrum im Land Bremen GmbH / Koodinierungs- und Beratungsstelle Frau und Beruf, Zukunft im Beruf
- BNN Bremer Netzwerk Nachqualifizierung
QuaFiMa-Podiumsdiskussion in Bremerhaven am 6. März 2012
Thema: „Beruflicher Aufstieg – ich schaffe es!“ - Stolpersteine auf dem Weg nach oben
Auf dem Podium diskutierten von links nach rechts: Sylvia Tambor (Personalleiterin), Prof. Dr. Karin Vosseberg (Hochschule Bremerhaven), Jannicke Baalsrud-Hauge (BIBA Bremer Institut für Produktion und Logistik GmbH), Anke Breitlauch (Moderation), Lencke Wischhusen (Geschäftsführerin W-Pack Kunststoffe), Barbara Riechers-Kuhlmann (Geschäftsführerin FBG Fischereihafen-Betriebsgesellschaft mbh)
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Frauenprojekt QuaFiMa - Hintergrund
Qualifizierung von Frauen in betrieblichen Funktionen und Management

Im Bundesland Bremen wird nicht nur im Ingenieurwesen ein Fachkräftemangel nachgewiesen, sondern auch in anderen Berufsfeldern. Aus einer Befragung aus dem Jahr 2009 geht hervor, dass aus Sicht der Unternehmen das Qualifikationsniveau bereits bei den Bewerberinnen und Bewerbern zu niedrig ist. Dieser Mangel wird dadurch verstärkt, dass die horizontale und vertikale Segregation des Arbeitsmarktes (Ungleichverteilung der Berufschancen von Frauen und Männern) insbesondere in attraktiven und innovativen Branchen zum Tragen kommt. So führen hervorragende Kompetenzen bei Frauen mit Fachkraftqualifizierung nicht gleichberechtigt zu gleichwertigen Arbeitsplätzen mit entsprechender Entlohnung. Diese horizontale Segregation wird ergänzt durch die vertikale, indem Frauen bei Besetzung von Führungspositionen weitgehend unberücksichtigt bleiben. Daher soll in diesem stadtübergreifenden Projekt für Bremen und Bremerhaven eine Doppelstrategie gefahren werden:
Ergänzend zum Gender-Mainstream-Prinzip tritt das Prinzip der Frauenförderung. Es wird die „stille Reserve“ der Frauen aktiviert, indem einerseits beschäftigte Frauen gezielte Qualifizierungen zur Fachkraft erfahren und auf dem Weg von der Sachbearbeitung zur Führungsposition unterstützt werden. Andererseits gilt es, Berufsrückkehrerinnen und Frauen in der Elternzeit eine schnelle und reibungslose Rückkehr an ihren Arbeitsplatz zu ermöglichen. Quereinsteigerinnen wie z. B. beschäftigte Migrantinnen ohne Berufsabschluss können im Rahmen einer beruflichen Neuorientierung eine Externen-Prüfung absolvieren und anschließend auf dem Weg des Berufsaufstieges unterstützt und begleitet werden.
Um dem Fachkräftemangel zu begegnen bzw. vorzubeugen müssen Strategien ausgebaut werden. Hier greift das Instrument der Fachkräftesicherung in zweierlei Hinsicht. Einerseits geht es darum, das vorhandene Potenzial der beschäftigten Frauen zu sichern und andererseits die Potenziale zu nutzen, die bisher brachgelegen haben. Eine nachhaltige Fachkräftegewinnung und –sicherung ist u. a. durch gezielte Fortbildung und Mitarbeiterbindung möglich.
Eine Verzahnung von kaufmännischen Kompetenzen mit den Qualifikationsanforderungnen von Unternehmen soll in diesem Projekt zum Abbau des Fachkräftemangels beitragen. Es werden Qualifizierungsmodule auf allen Unternehmensebenen, praxisnah und berufsbegleitend angeboten und neu entwickelt. Eine horizontale und vertikale Durchlässigkeit des Systems ermöglicht beschäftigten Frauen, ihren Arbeitsplatz durch Qualifizierung abzusichern und sich für Führungspositionen vorzubereiten.
Voraussetzung für den Einstieg in die Stufe der Fachkompetenzen ist kaufmännisches Grundwissen; vorab wird in einem Orientierungs- und Beratungsgespräch ein passgenauer, modularer Qualifizierungs- und Förderweg mit entsprechender Berufswegeplanung erarbeitet. Durch beratende/s Begleitung/Coaching wird während des gesamten Projektverlaufes gewährleistet, dass die Frauen zielorientiert nur die Module absolvieren, die erforderlich sind, um ihre Kenntnisse aufzufrischen bzw. zu ergänzen, um in die nächste Fachstufe einsteigen zu können oder auf die Rückkehr an den Arbeitsplatz bzw. auf den beruflichen Aufstieg vorbereitet zu werden.
Auf der Ebene der Fachkompetenzen können Frauen horizontal diverse Module durchlaufen, Abschlüsse und Teilqualifikationen erwerben. Im "After-Work-Trainingscenter" erhalten Frauen die Möglichkeit, sich nach der Arbeit praxisorientiert und zeitnah auf einen Aufgaben- oder Abteilungswechsel im Betrieb oder intensiv auf eine Externenprüfung (berufsbegleitende Vorbereitung auf einen kfm. Berufsabschluss) vorzubereiten. Die von erfahrenen Dozentinnen und Dozenten geleitete Einrichtung bietet weiterhin computerunterstütztes Lernen bei individueller Themenauswahl und Zeiteinteilung.
Bei entsprechender Berufspraxis sowie vorhandener Zusatzqualifizierungen wird den Frauen der Einstieg in die nächsthöhere Ebene ermöglicht, nämlich die Teilnahme an Aufstiegsfortbildungen mit Arbeitnehmerkammer- oder IHK-Abschluss. Auf der oberen Ebene „Frauen im Aufstieg“ können Frauen Führungskompetenzen in fünf Modulreihen erwerben.
Mit jedem Qualifizierungsabschluss bzw. -teilabschluss erhalten die Frauen eine Teilnahmebescheinigung, ein Zertifikat, ein Zeugnis, einen anerkannten Abschluss (z. B. IHK) und/oder einen noch zu entwickelnden wisoak-Pass bzw. wisoak-FiA-Pass für Frauen im Aufstieg.
Das Projekt wird vom Europäischen Sozialfonds (ESF) über den Senator für Wirtschaft, Arbeit und Häfen finanziert. Informationen erhalten Sie unter 0471 / 595 – 28, 0471 / 595 – 25 und 0471 / 5 95 – 27.
QuaFiMa in Bremerhaven
Bericht über die erfolgreiche Kick-off-Veranstaltung in Bremerhaven


