Berufliche Weiterbildung - warum überhaupt? Und wie?
Von Hans Jürgen Rauscher, Geschäftsführer der wisoak
„Bildungsinvestitionen sind unabdingbare Voraussetzung für den Erhalt und die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit eines Landes“. Dieser Satz ist in den vergangenen Jahren fast zum Allgemeinplatz geworden. Richtig ist auch, dass die Wissensgesellschaft immer neue Anforderungen an den Einzelnen, an die Wirtschaft und den Staat stellt. Dies heißt, dass neben schulischer Grundausbildung und hoher Bildungsbeteiligung im Hochschulbereich eine kontinuierliche Weiterqualifizierung in allen Lebensphasen gefordert ist. Kontinuierliche berufliche Weiterbildung im Sinne des lebenslangen Lernens liegt dabei gleichermaßen im Interesse der Beschäftigten, der Unternehmen und des Staates.
Auf den Einzelnen bezogen stärkt Weiterbildung die individuelle Kompetenz und damit die Beschäftigungsfähigkeit und die soziale Integration. Sie dient dazu, neue Beschäftigungspotentiale zu erschließen und alte zu stabilisieren.
Das wohl einleuchtendste Argument benennt die Agentur für Arbeit, wenn sie sagt: Qualifizierte Arbeitskräfte sind seltener arbeitslos. Zahlen des Instituts der deutschen Wirtschaft belegen dies: Nur ungefähr jeder zweite Geringqualifizierte (54 %) hat einen Arbeitsplatz, während es bei den Qualifizierten ca. 80 % sind. Zudem birgt Weiterbildung die Möglichkeit zu anspruchsvolleren Aufgaben, die im Regelfall auch besser bezahlt werden.
Kontinuierliche Weiterbildung liegt aber auch im ureigensten Interesse von Unternehmen.
Denn genau so wie neue Technologien auch vor dem Hintergrund der Globalisierung neue Produktions- und Absatzchancen bieten, eröffnet der Wissenszuwachs durch berufliche Weiterbildung den Betrieben Möglichkeiten für Innovationen und Wachstum. Dies gerade vor dem Hintergrund – trotz Wirtschafts- und Finanzkrise und steigender Arbeitslosigkeit – der demografischen Entwicklung und des daraus resultierenden Fachkräftemangels. Der Sprecher eines Großunternehmens formuliert dies wie folgt:
„Exzellent qualifizierte Mitarbeiter/innen sind die Grundlage eines jeden Unternehmens, um bei Kunden in puncto Fachkompetenz und Qualitätsniveau bestehen zu können.“ Investitionen in Personalentwicklung für gut ausgebildete Mitarbeiter/innen und Nachwuchskräfte sichern damit Wettbewerbsfähigkeit und stellen eine Investition in die Zukunft dar. Um mit den Worten der Bundesregierung zu sprechen:
Die Arbeitnehmer/innen erhalten zusätzliche Aufstiegschancen, den Unternehmen bieten sich Wettbewerbsvorteile und bessere Zukunftsperspektiven.


