"QuaPa" - Handlungskompetenzen
in Qualität und Palliative Care

(Projektlaufzeit 01.01.2011 - 31.12.2013)

Im Bericht zur „Situation und Perspektiven der Pflege in Bremen und Bremerhaven 2009“ wurde die Zukunft in der Pflege insbesondere durch die Zunahme von Multimorbidität und chronischen Erkrankungen aufgezeigt. Der Bericht hob hervor, dass neue Konzepte von professioneller Pflege erarbeitet werden müssen, die den Bedürfnissen der zu Pflegenden entsprechen und die gleichzeitig einen hohen Qualitätsanspruch haben. Gefordert sind Konzepte im ambulanten und im stationären Bereich, die die Individualität von Pflegenden akzeptieren und damit zur Verbesserung der Lebensqualität von pflegebedürftigen alten Menschen beitragen.
Unter diesen Voraussetzungen wurden im Rahmen eines ESF Projektes zwei Qualifizierungen erarbeitet, die die Handlungskompetenzen der Pflegekräfte erheblich erhöhen.


Qualitätsexperte/-in in Pflege und Betreuung
Die erneute Novellierung des Pflegegesetzes des SGB XI  zielt darauf ab, „dass qualitätssichernde Maßnahmen in den Einrichtungen, den Pflegebedürftigen trotz Hilfsbedarfs ein möglichst selbstständiges und selbstbestimmtes Leben ermöglichen, das der Würde des Menschen entspricht“ (vgl. §2 SGB XI). Damit fordert der Gesetzgeber im Pflege - Weiterentwicklungsgesetz auch die Einführung der nationalen Expertenstandards, die Durchführung eines internen Qualitätsmanagements und die Weiterentwicklung des externes Qualitätsmanagements (§ 113).
Wie können die gesetzlichen Vorgaben in den Pflegeeinrichtungen umgesetzt werden? Wie kann der Qualitätsstandard verbessert werden? Welche Möglichkeit gibt es, Qualitätsmängel zu beheben? Wie müssen sich Pflegeeinrichtungen aufstellen, um für die Zukunft gewappnet zu sein? Das hierfür notwendige Wissen wollen wir in der Fortbildung des „Qualitätsexperten in Pflege und Betreuung“ vermitteln.
Aufgabe einer/s QualitätsexpertIn in der Pflege und Betreuung ist die Einführung und Entwicklung eines QM-Systems. Die Planung, Überwachung und die Korrektur eines Qualitätsmanagement-Systems sind seine vorrangigen Aufgaben. Unsere Qualifizierung soll umfassendes Wissen über interne und externe Qualitätssicherungsmaßnahmen vermitteln. Dabei soll als Grundlage der Weiterbildung „der Qualitätsbegriff“ auf dem Hintergrund neuer Erkenntnisse der Pflegewissenschaft definiert werden. Der Qualitätsexperte muss beratend und anleitend tätig werden. Zudem muss er/sie in der Lage sein, nach innen und außen ein innovatives Qualitätsmanagement zu repräsentieren.


Palliative Care
Eine besondere Form der Pflege im ambulanten Bereich ist die Palliative-Care, die im pflegerischen Handeln zukünftig immer mehr Bedeutung gewinnen wird. Ambulante Palliativpflege ermöglicht ein Sterben im häuslichen Umfeld. Damit wird der/dem Sterbenden und ihrer/seiner Familie die Möglichkeit gegeben, die letzte Lebensphase zu Hause in Sicherheit zu verbringen. Darüber hinaus nehmen wir Bezug auf die steigende Anzahl von demenziell erkrankten Menschen in ihrer letzten Lebensphase. Hier werden sich die TeinehmerInnen mit den unterschiedlichen Zugängen von Kommunikation im Hinblick auf die demenziell erkrankten Menschen auseinandersetzen.
Menschen, die schwer erkrankt Zuhause gepflegt und betreut werden und Zuhause sterben wollen, benötigen eine spezialisierte palliative Pflege eines ambulanten Pflegeträgers. Der ambulante Dienst muss, zugeschnitten auf die Bedürfnisse eines sterbenden Menschen, ganzheitlich palliativ pflegen können. Darüber hinaus muss der ambulante Dienst in der Lage sein, die Angehörigen angemessen zu betreuen und in dieser schwierigen existentiellen Situation zu begleiten. Die Angehörigen, die selbst pflegerisch tätig werden, erfahren so eine professionelle Anleitung in ihrem pflegerischen Handeln und gleichzeitig eine Begleitung, um die belastende Situation überstehen zu können.
Die hierzu notwendigen fachlichen, sozialen und emotionalen Kompetenzen werden in diesem Lehrgang vermittelt.
Die von uns konzipierten Lehrgänge tragen erheblich dazu bei, dass sich unsere TN zukunftsfähige Beschäftigungsmöglichkeiten erschließen. Sie verschaffen sich damit arbeitsmarktpolitische Vorteile und sichern so ihren Arbeitsplatz ab.

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