Aus Anlass des 20-jährigen Jubiläums der Schule für Logopädie der wisoak in Bremen:
1. Bremer Filmtage Logopädie im Kino City 46 in Kooperation mit der wisoak-Fachschule für Logopädie Bremen

Anlässlich des 20-jährigen Bestehens der Fachschule für Logopädie der wisoak Bremen in diesem Jahr zeigen das Kino „City 46“ und die Schule für Logopädie vom 12.11. bis 20.11.2011 in den neuen Räumen des Kinos (Birkenstr. 1, 28295 HB) vier herausragende Filme, die sich den Themen Kommunikation und/oder Sprach- bzw. Sprechstörungen auf sehr unterschiedlichen, aber nichtsdestoweniger beeindruckender Wegen nähern.
Folgende Filme stehen auf dem Programm: The "King`s Speech" (OmU), "Babys", "L.A. Crash" und "Messer im Kopf". Vor der ersten Vorstellung von „Messer im Kopf“ hält Hermann Gutmann, Schriftsteller und Weser-Kurier-Kolumnist ("Tach auch"), eine halbstündige Lesung. Die Fachschule für Logopädie wird im Rahmenprogramm der Filmtage die Vorstellungen mit logopädischem Fachwissen begleiten. Für Schulklassen besteht auf Anmeldung die Möglichkeit für Sonderveranstaltungen. Programmzeiten: www.schule-fuer-logopaedie.de oder Programm des City 46, vorläufiger Plan s.u.
Auskunft:
Norbert Gerwien
0421- 44 99-748
gesundheit(at)wisoak.de
n.gerwien(at)wisoak.de
Informationen und Kennenlerntermine zur Ausbildung: www.schule-fuer-logopaedie.de
Logopädisches Rahmenprogramm
Von Montag bis Freitag bieten wir an allen Abendvorstellungen eine kurze Einführung aus logopädischer Sicht, und im Anschluss besteht die Möglichkeit für Fragen und Diskussion. Es stehen Infostände der Schule für Logopädie bereit. Tagesveranstaltungen (10 und 15 Uhr) finden nach Voranmeldung statt. Für alle angemeldeten Tagesveranstaltungen bieten wir von der Schule für Logopädie ein Begleitprogramm an. Bitte nehmen Sie bei Bedarf rechtzeitig zu uns Kontakt auf unter logopaedie(at)voigtonline.net
Die Filme:
The King's Speech
Als Sohn des britischen Königs George V. gehört es zu Berties Pflichten, öffentlich zu sprechen – doch für den schüchternen jungen Mann, der seit seiner Jugend an schwerem Stottern leidet, wird jeder dieser Auftritte zur Qual. Mit Hilfe seiner liebevollen Frau Elizabeth und dem exzentrischen Sprachtherapeuten Lionel Logue, der immer mehr zum Vertrauten und Freund wird, versucht er seine Schwäche zu überwinden. Nach dem Tod seines Vaters und der Abdankung seines Bruders Edward VIII. wird Bertie unter dem Namen George VI. 1936 unerwartet zu Englands neuem König. Öffentliche Auftritte und Radioansprachen lassen sich fortan noch weniger umgehen als zuvor, und nicht zuletzt der drohende Krieg erhöht den Druck auf den schüchternen Regenten.
Die Zusammenarbeit und wachsende Freundschaft mit Logue helfen Bertie dabei erheblich, er ist mehr und mehr auf die Unterstützung des Therapeuten angewiesen. Aus dem Blickwinkel heutiger Stottertherapie sind einige der „exzentrischen“ Prinzipien des Sprachtherapeuten modern und fortschrittlich, andere dagegen längst überholt von aktuellen Forschungsergebnissen zum Stottern. Es entsteht immer wieder die Frage, welche Bedingungen Stotternden helfen, sich schwierigen Kommunikationssituationen
zu stellen.
Babys
Babys ist ein französischer Dokumentarfilm aus dem Jahr 2010, der vier Säuglinge aus verschiedenen Regionen der Erde in ihrem ersten Lebensjahr begleitet. Die vier Kinder Ponijao aus Opuwo (vom Volk der Himba) in Namibia, Bayar aus Bayanchandmani in der Mongolei, Mari aus Tokio in Japan und Hattie aus San Francisco in den USA werden in ihren unterschiedlichen Kulturen und Traditionen gezeigt. Doch so unterschiedlich ihre Herkunft ist: wenn Babys brabbeln, glucksen und lachen, klingt es überall auf der Welt gleich. In zeitlicher Abfolge dokumentiert der Film die Entwicklung der Kinder und macht in authentischen Bildern deutlich, dass es keine Rolle spielt, ob sie in einer Jurte oder in einem Hochhaus-Apartment ihre Umgebung entdecken, lachen und weinen, Vertrauen und Ängste entwickeln, Geborgenheit suchen und Liebe finden. Deutlich wird, dass sich Kinder trotz der verschiedenen Einflüsse in vieler Hinsicht parallel entwickeln. Ein neuer Blick auf die Frage, welche Fähigkeiten des Menschen anlage und welche umweltbedingt sind, wird eröffnet.
L.A. Crash
36 Stunden in L.A. 36 Stunden im Leben von Menschen, die nicht unterschiedlicher sein könnten. Und doch führt das Schicksal sie zusammen, lässt ihre Wege sich kreuzen und wieder auseinander gehen, ihre Leben für kurze Zeit in den gleichen Bahnen laufen. Sie sind Bewohner einer Megacity im ganz normalen Ausnahmezustand, hin und her gerissen zwischen Angst, Wut und Verzweiflung und der alles überwindenden Kraft der Hoffnung und des Glücks. Der Film „verwebt“ eine zufällige Hand voll Bewohner dieser Stadt in ein Netzwerk aus Worten, Nuancen in der Sprechmelodie, unvorhersehbaren Rahmenveränderungen und unerwarteten Verhaltensweisen in sich verändernden Beziehungsgeflechten. Die Zuschauer beobachten, wie die Identität der Akteure auf poesievolle bis hin zu brutaler Weise zum Angelpunkt der Betrachtung wird – eine Identität mit dem Grundbedürfnis nach Berührung. Dabei wird aufgezeigt, unter welchen Umständen Kommunikation zum Verständnis oder zum Missverständnis, zur Berührung oder zur Kollision führt.
Messer im Kopf
Deutschland, im Herbst 1978. Der Naturwissenschaftler Hoffmann wird bei einer Razzia in einem Jugendzentrum durch einen Kopfschuss lebensgefährlich verletzt. Durch die Verletzung erleidet Hoffmann Störungen des Gedächtnisses, der Sprache und der Bewegung – er muss Gehen und Sprechen völlig neu erlernen. Als Verdächtiger muss sich Hoffmann den Verhören der Polizei stellen, obwohl sein Arzt ihn noch nicht für verhandlungsfähig hält. Für die Polizei ist Hoffmann ein Simulant und „Terrorist“. Die „linke Szene“ hält ihn hingegen für ein „Opfer des Polizeiterrors“. Im Spannungsfeld der politischen Situation im Deutschland der 70er Jahre werden die unberechenbaren und teilweise irritierenden Reaktionen Hoffmanns zu einer Herausforderung und einer Geduldsprobe für alle Beteiligten. Unsicherheit, Unverständnis und Ungeduld sind häufig im Umgang mit Menschen mit Aphasie und anderen neuropsychologischen Störungen. Im Film ist dies durch die bedrohliche Situation überspitzt dargestellt. Gleichzeitig werden verschiedene Phasen der Rehabilitation von Aphasikern verdeutlicht. Im Vergleich zu aktuellen Möglichkeiten der Sprachtherapie lässt die filmische Darstellung Rückschlüsse auf die Entwicklung in diesem Bereich seit 1978 zu.
Eintritt:
Erwachsene 7,- €; ermäßigt 5,- €; KoKi-Mitglieder 4,- €; Kinder 3,- €
Programmschema:
Sa. 12.11. 20 Uhr The King‘s Speech (OmU)
Mo. 14.11. 10 Uhr L.A. Crash *
15 Uhr Babys *
Di. 15.11. 10 Uhr Messer im Kopf *
15 Uhr The King‘s Speech (OmU) *
17.30 Uhr Lesung mit Hermann Gutmann
anschl. 18 Uhr Messer im Kopf
20 Uhr Babys
Mi. 16.11. 10 Uhr Babys *
15 Uhr Messer im Kopf *
20.30 Uhr L.A. Crash
Do. 17.11. 10 Uhr The King‘s Speech (OmU) *
15 Uhr L.A. Crash *
18 Uhr Babys
Fr. 18.11. 10 Uhr The King‘s Speech (OmU) *
18 Uhr The King‘s Speech (OmU)
Sa. 19.11. 18 Uhr L.A. Crash
So. 20.11. 20 Uhr Messer im Kopf
* nur nach Voranmeldung (logopaedie(at)voigtonline.net)


