Überblick über die Module

ECTS beinhalten 25 - 30 Stunden workload pro Punkt ( hier: ca. 50 % im Präsenzunterricht und ca. 50 % davon in Selbstlernarbeit). Ein workload beinhaltet alle Aktionen, die unternommen werden, um eine Kompetenz zu erlangen. Dazu gehören hier insbesondere Präsenzunterricht, Kleingruppensupervisionen, Recherche, Eigenlernprozesse zur Vor- und Nachbereitung, Übersetzung der erlernten Kompetenzen in die berufliche Praxis und Protokollierung des Lernschrittes, schriftliche Fallvor- und Nachbereitung, Modulprüfungen, Aufbau und Umsetzung von Intervisionsgruppen und kollegialer Supervision, Erstellung einer wissenschaftlichen Projektarbeit.
Die Ausbildung umfasst insgesamt 60 ECTS (vergleichbar ECVET).

Dies umfasst 900 Ustd. Präsenz   

1. Übergreifender Lernbereich 24 ECTS

Modul
a)    Kommunikation, themenzentrierte Selbsterfahrung und Beratung   8
b)    Berufsrechtskunde und Gesundheitssoziologie                                 4
c)    Grundlagen des Lernens, Psychologie des Lernens, Entwicklungspsychologie/Lebenslaufforschung,
ethische Grundlagen                                                                                  6
d)    Grundlagen wissenschaftlichen Arbeitens                                         3
e)    Anatomisch-medizinische Grundlagen                                              3

2. Fachrichtungsbezogener Lernbereich 34 ECTS

Modul 
a)    Praxis der Motopädie                                                                       10
b)    Motopädische Arbeitsweisen und Konzepte                                      8
c)    Motodiagnostik, ICF in der Motopädie                                               4
d)    Clinical Reasoning im motopädischen Berufsfeld mit Supervision, Intervision und kollegialer
Ausbildungs-Supervision                                                                          6
e)    Praxisbezogene Projektarbeit unter wissenschaftlichen Kriterien mit Projektbericht und
Präsentation                                                                                            6

3. Differenzierungsbereich 2 ECTS

z.B. im Bereich Praxis-Projektarbeit im Elementarbereich oder im Bereich Geriatrie    2
   
Insgesamt 60 ECTS oder 1.800 Std. workload


Hier zwei Module aus dem fachrichtungsbezogenen Lernbereich

Modul 1 (10 ECTS, 200 Ustd.)

Praxis der Motopädie

Kompetenzziele:

Die Absolventen können

-    den eigenen Körper in Bewegung und in Ruhe bewusst erleben, seine Signale in der Beziehung zu anderen Menschen und zum Raum verstehen
-    verschiedene motopädische Arbeiten erfassen, vergleichen, zur Theorie in Beziehung setzen und praktisch ausprobieren
-    die Bedeutung der Bewegung im Entwicklungs- und Lernprozess erfahren, diskutieren und für den praktischen Einsatz vorbereiten
-    Experimentier-, Bewegungs- und Spielfreude entwickeln und eigene Körper- und Bewegungssignale vertieft wahrnehmen
-    über Bewegung kommunizieren, sich ausdrücken und die Signale anderer verstehen
-    verschiedene Aspekte von Bewegung (Raum, Zeit, Kontakt, Bewegung) in unterschiedlichen Situationen herausarbeiten
-    Bewegungsformen und –abläufe analysieren
-    Rhythmik und Bewegung (ggf. auch Sprache) zueinander in Beziehung setzen
-    Körperkonzentration und Bewegungsabläufe miteinander verbinden
-    Spiel, Ausdruck und Kreativität mit Bewegung koppeln
-    stimmlich sprachlicher Ausdruck und Bewegung miteinander verbinden
-    Atem und Bewegung berücksichtigen
-    anderen Menschen offen begegnen und sich mit einer wertschätzende Haltung in Kontakt begeben

Inhalte:
-    Selbststeuerung, Selbstorganisation und Handlungsorientierung werden als Prinzipien  motopädischen Arbeitens erlebt und gleichzeitig als Strukturelemente der Ausbildung wahrgenommen
-    Selbst- und Fremdwahrnehmung im Bereich Körper- und Bewegungsarbeit
-    experimentieren mit eigenen Ausdrucksmöglichkeiten
-    Körper-Raum, Bewegungs-Raum, Materialerkundung
-    Körpererleben und Körperbewusstsein
-    eigene Körper- und Bewegungsbiografie
-    rhythmische Bewegungsarbeit,  Gruppenrhythmus, Atemarbeit, Tanz, Kontaktimprovisation, Bewegungstheater

Modulabschluss: Hausarbeit

Empfohlene Literatur

-    Esser, M. (2011) Beweggründe. Psychomotorik nach Bernhard Aucouturier. München: Reinhardt
-    Gudjohns, H (1995) Spielbuch Interaktionserziehung. Bad Heibrunn: Klinkhardt

-    Fischer, K. (2009) Einführung in die Psychomotorik. München/Basel: Reinhardt
-    Hirler, S. (2003) Wahrnehmungsförderung durch Rhythmik und Musik. Freiburg: Herder

-    Zimmer, R. (2013) Handbuch der Bewegungserziehung. Freiburg: Herder

-    Zimmer, R. (1981) Motorik und Persönlichkeitsentwicklung bei Kindern im Vorschulalter. Schorndorf: Hofmann

-    Zedlitz-Herpertz, S. (2011) Aktivierende Förderung mit älteren Menschen. München/Basel: Reinhardt

Modul 2 (8 ECTS, 120 Ustd.)

Motopädische Arbeitsweisen und Konzepte

Kompetenzziele:

Die Absolventinnen können

-    verschiedene motopädische Arbeitsweisen erfassen, vergleichen und theoretische Hintergründe beleuchten (z.B. Evidenzbasierung)
-    prozesshafte Behandlungspläne im Bereich Psychomotorik, Sensomotorik, Soziomotorik und Rhythmik auf der Grundlage eines Forschungskreislaufes entwickeln
-    Diagnose-, Förder- und Beratungsprozesse im motopädischen Handlungsfeld eigenständig aufstellen, durchführen und auswerten
-    Fallarbeiten in den Praxisstätten durchführen, vorstellen und im interdisziplinären Team vor Ort zur Diskussion stellen
-    einen Therapieplan von der Fragestellung bis zur Abschlussdiskussion in einem Forschungskreislauf diskutieren, analysieren und reflektieren
-    eigene Grenzen im Handlungsprozess aufzeigen und im Arbeitsteam zur Diskussion stellen.

Inhalte:
-    Wurzeln und Entstehungsgeschichte der Psychomotorik
-    Konstituierende Merkmale/Entwicklungen in der Motopädie
-    Bewegungsentwicklung und Bewegungsveränderungen im Lebenslauf
-    Psychomotorische Entwicklung
-    Erkenntnisse der neurobiologischen Forschung
-    Psychische, kognitive, körperliche und umweltbezogene Grundlagen und Störungsbilder im Bereich Bewegung und der angrenzenden systemorientierten Gebiete der Motopädie
-    Motopädische Arbeitsweisen für unterschiedliche Störungsbilder im Bewegungskontext in unterschiedlichen Teams und Arbeitsfeldern
-    Strukturelle und wissenschaftsbasierte Therapieplanung und Evaluation, Clinical Reasoning
-    Digitale Fallbeispiele

Modulabschluss: Fallbericht

Empfohlene Literatur

-    Fischer, K. (2009) Einführung in die Psychomotorik. München/Basel: Reinhardt
-    Higgs, J., Jones, M.A., Loftus, S, Christensen, N. (2008) Clinical Reasoning in the health professions. Heidelberg: Elsevier
-    Klemme, B., Siegmann, G. (2006) Clinical Reasoning. Stuttgart: Thieme
-    Wanetschka, V. (2012) Sherlock Holmes und Columbo in der logopädischen Therapie, ein struktureller Weg von der Diagnose zum Therapieabschluss. Bremen: Edition Harve

Bereichsleitung Therapie

Vera Wanetschka
BSc., M.A.

Beratung